Ayurveda

Wörtlich übersetzt bedeutet Ayurveda Lebensweisheit oder Lebenswissenschaft. Der Begriff stammt aus dem indischen Sanskrit und setzt sich aus den Wörtern Ayus (Leben) und Veda (Wissen) zusammen. Ayurveda ist eine Kombination aus Erfahrungswerten und Philosophie, die sich auf die für menschliche Gesundheit und Krankheit wichtigen physischen, mentalen, emotionalen und spirituellen Aspekte konzentriert. Dadurch hat Ayurveda einen ganzheitlichen Anspruch. David Frawley, ein zeitgenössischer amerikanischer Ayurveda-Experte, schreibt: „Die Grundregel lautet: Was immer wir selbst tun können, um unsere eigene Gesundheit zu stärken, wirkt besser als das, was andere für uns tun.“[1] Krankheit wird „als die höchste Form des Asketentums“[2] betrachtet.
In der Typologie spricht man von unterschiedlichen Temperamenten oder Lebensenergien, den sogenannten Doshas:
Vata (Wind, Luft und Äther Pneuma), das Bewegungsprinzip
Pitta (Feuer und Wasser, Chole), das Feuer- bzw. Stoffwechselprinzip
Kapha (Erde und Wasser, Phlegma), das Strukturprinzip
Dosha bedeutet wörtlich übersetzt „(den Körper) beeinflussende Faktoren“, vereinfacht „Bioenergien“. Diese kommen nach ayurvedischer Vorstellung in jedem Organismus vor. Dabei dominieren meist ein oder zwei Doshas, seltener alle drei. In einem gesunden Organismus sollten sich diese „Energien“ oder „Temperamente“ in einem harmonischen Gleichgewicht befinden. Es ist für den Arzt wichtig zu wissen, welche Doshas bei einem Menschen vorherrschen, weil jeder Typ andere Medikamente und Behandlungen benötigt. Der Arzt stellt das aktuelle Verhältnis der Doshas zueinander mittels einer eigenen Pulsdiagnose (Nadivigyan) fest. Wie das Verhältnis der Doshas zueinander sein sollte, wird aus dem astrologischen Horoskop des Patienten (Prakriti-Analyse) abgeleitet. Um diese rechte Balance wiederherzustellen und angesammelte Schlacken auszuleiten, werden bestimmte Reinigungsverfahren (Panchakarma) verwendet. Zu diesen Panchakarma gehören Fasten, Bäder, Einläufe, Erbrechen und Aderlass, außerdem noch Massagen, Yoga- und Atemübungen, Farb- und Musiktherapie und der Einsatz vieler ayurvedischer Arzneimittel.
Zentrale Elemente des Ayurvedas sind:
Ayurveda-Massage und -Reinigungstechniken
die fundierte Ernährungslehre
spirituelle Yogapraxis
kenntnisreiche Pflanzenheilkunde
Die Body Matrix: Das Leben ist eine Einheit von Körper, Sinnen, Verstand und Seele. Der Mensch ist ein Sammelsurium aus den drei Doshas, den sieben Basisstoffen (Rasa, Rakta, Mansa, Meda, Asthi, Majja und Shukra) und den Abfallstoffen des Körpers (Fäkalien, Urin, Schweiß). Das Wachsen und der Verfall der Body Matrix und seiner Bestandteile hängen mit der Nahrung zusammen, die in Doshas, Basisstoffe und Abfallprodukte umgewandelt wird. Nahrungsaufnahme, Verarbeitung, Absorption, Assimilation und Stoffwechsel haben Auswirkungen auf Gesundheit und Krankheit, welche wesentlich beeinflusst werden von psychischen Mechanismen und vom Bio-Feuer (Agni).
Panchamahabhutas: Im Ayurveda ist alles im Universum aus den fünf Elementen (=Panchamahabhutas) zusammengesetzt (Wasser, Erde, Feuer, Luft und Äther). Diese fünf Elemente sind je nach den individuellen Bedürfnissen in unterschiedlicher Menge vertreten. Auch das Essen besteht aus den fünf Elementen, was sich wiederum auf die Body Matrix auswirkt.
Das Ziel der ayurvedischen Heilkunst ist die Vermeidung von ernsthaften Erkrankungen, indem man versucht, den Auslöser der Erkrankung zu verstehen und ungesunde Angewohnheiten abzustellen. Dazu gibt es eine Reihe von Behandlungen, die vor allem dem Körper dabei helfen sollen, „sich selbst zu helfen“. Bekannt sind etwa die diversen Ölmassagen und das Panchakarma, ein aus fünf Teilen bestehendes Entschlackungs- und Reinigungsprogramm („Panch“ ist Hindi für fünf). Gesundheit und Krankheit hängen auch von dem Vorhandensein einer ausgeglichenen Body Matrix und ihrer Bestandteile ab. Innere und äußere Einflüsse können für das fehlende Gleichgewicht verantwortlich sein. Der Gleichgewichtsverlust kann durch Diäten, unerwünschte Angewohnheiten, Nichtbeachtung der Regeln für gesundes Leben und aus vielen anderen Gründen entstehen.
Die Diagnose wird immer am Patienten als Ganzem durchgeführt. Dazu gehören z. B. eine generelle körperliche Untersuchung, Puls- und Urinuntersuchungen und eine Prüfung von Zunge und Augen, egal wo der Schmerz ist.
Die Behandlung beinhaltet das Vermeiden ursächlicher Faktoren, die für das fehlende Gleichgewicht verantwortlich sind. Normalerweise besteht eine Behandlung aus Medizin, spezieller Diät und vorgeschriebener Tagesroutine. Für eine erfolgreiche Behandlung sind vier Dinge wichtig: der Arzt, die Medikamente (auch das Essen), das Pflegepersonal und nicht zuletzt der Patient. Im Ayurveda ist die Diät als Therapie wichtig. Dies ist so, weil der menschliche Körper ein Produkt von Essen ist. Auch alles andere (z. B. Temperament) wird von der Qualität der Nahrung beeinflusst. Fehlende Nährstoffe im Essen oder eine mangelhafte Umwandlung des Essens führen zu den verschiedensten Krankheiten.
Quelle: wikipedia